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Keller lüften: Ist die Außenluft wirklich trockener?
Kurzantwort: Für die Trocknung zählt nicht allein die relative Luftfeuchtigkeit. Warme Außenluft kann trotz einer niedrigeren Prozentanzeige mehr Wasser enthalten als die kühle Kellerluft. Der Lüftungshelfer vergleicht deshalb die absolute Feuchte innen und außen.
Warum Sommerlüften einen Keller feuchter machen kann
Gelangt warme, feuchte Außenluft in einen kühlen Keller, kühlt sie dort ab. Ihre relative Feuchte steigt; an besonders kalten Wänden, Rohren oder Böden kann der Taupunkt erreicht werden. Das Umweltbundesamt weist deshalb darauf hin, dass sich im Sommer Feuchtigkeit an kalten Kellerwänden niederschlagen kann. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für kühle Keller und Souterrainräume, nur dann zum Trocknen zu lüften, wenn die Außenluft einen geringeren absoluten Feuchtegehalt besitzt.
Tragen Sie möglichst zeitnah abgelesene Werte von zwei Hygrometern ein: eines im Keller und eines im Freien im Schatten. Der Rechner speichert keine Eingaben.
Innen und außen vergleichen
Keller-Lüftungshelfer
Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit beider Messorte eingeben. Das Ergebnis zeigt, in welche Richtung ein vollständiger Luftaustausch die Feuchte voraussichtlich verändert.
Ergebnis
- Absolute Feuchte innen
- – g/m³
- Absolute Feuchte außen
- – g/m³
- Unterschied außen zu innen
- – g/m³
- Taupunkt der Kellerluft
- – °C
Wichtig: Das Ergebnis beschreibt nur den Feuchtetransport durch Luftaustausch. Wassereintritt, aufsteigende Feuchte, undichte Leitungen, nasse Bauteile oder vorhandener Schimmel benötigen eine Ursachenprüfung.
So lesen Sie das Ergebnis
- Außenluft deutlich trockener: Lüften kann Feuchtigkeit abführen. Öffnen Sie möglichst gegenüberliegende Fenster für einen kurzen, kräftigen Luftaustausch und messen Sie danach erneut.
- Werte nahezu gleich: Der Trocknungseffekt ist gering. Lüften kann wegen Gerüchen oder Schadstoffen trotzdem nötig sein, sollte aber nicht als wirksame Trocknung eingeplant werden.
- Außenluft feuchter: Zum Trocknen ist Lüften eher ungünstig. Prüfen Sie später erneut, häufig in den kühleren Nacht- oder Morgenstunden.
Die verwendete Toleranz von 0,5 g/m³ berücksichtigt, dass übliche Hygrometer nicht vollkommen exakt messen und sich Außenwerte schnell verändern. Sie ist keine bauliche Grenznorm.
Warum zwei Prozentwerte nicht genügen
Relative Luftfeuchtigkeit beschreibt, wie nah die Luft bei ihrer aktuellen Temperatur an der Sättigung liegt. Warme Luft kann erheblich mehr Wasserdampf enthalten als kalte Luft. Deshalb können beispielsweise 55 Prozent außen feuchter sein als 75 Prozent im Keller. Die absolute Feuchte gibt die tatsächliche Wasserdampfmenge näherungsweise in Gramm pro Kubikmeter an und macht beide Messorte vergleichbar.
Der zusätzlich angezeigte Taupunkt ist die Temperatur, bei der die vorhandene Kellerluft gesättigt wäre. Oberflächen auf oder unter diesem Wert können Kondensation begünstigen. Ein kaltes Rohr oder eine Außenecke kann deutlich kühler sein als die gemessene Raumluft.
Praktisch messen
- Das Innen-Hygrometer nicht direkt am Fenster, Entfeuchter oder an einer feuchten Wand platzieren.
- Außen im Schatten und geschützt vor Regen messen; eine Wetter-App kann lokal deutlich abweichen.
- Beide Werte innerhalb weniger Minuten ablesen.
- Nach dem Lüften erneut messen und zusätzlich kalte Oberflächen beobachten.
- Werte über mehrere Tage notieren, bevor aus einer Einzelmessung eine Routine wird.
Wann der Rechner nicht ausreicht
Wiederkehrende nasse Stellen, Salzausblühungen, abplatzender Putz, muffiger Geruch, sichtbarer Schimmel, Wasser nach Starkregen oder eine undichte Leitung sprechen gegen ein reines Lüftungsproblem. Ein Luftentfeuchter kann Symptome begrenzen, behebt aber keine bauliche Ursache. Bei unklaren oder größeren Schäden sollte der Keller fachlich untersucht werden.
Auch Schadstoffe und Radon können einen Luftaustausch erforderlich machen, selbst wenn die Außenluft zum Trocknen ungünstig ist. Für dauerhaft genutzte Keller- und Souterrainräume kann eine feuchtegesteuerte Lüftung sinnvoller sein als eine starre Uhrzeitregel.
Quellen und Berechnungsgrundlage
- Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? – Hinweise zu kalten Kellerwänden und Lüftungszeiten.
- Verbraucherzentrale: Schadstoffarme Innenraumluft – Vergleich des absoluten Feuchtegehalts bei kühlen Räumen.
- US National Weather Service: Humidity – Definition von absoluter und relativer Luftfeuchtigkeit.
- NASA POWER: Relative Humidity Methodology – Zusammenhang zwischen Dampfdruck, Sättigungsdampfdruck und relativer Feuchte.
Die Berechnung nutzt eine gebräuchliche Magnus-Näherung für den Sättigungsdampfdruck und das ideale Gasgesetz für Wasserdampf. Kleine Abweichungen zu professionellen Mess- und Berechnungsverfahren sind möglich.